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Informationen über Appenzell


Sönd wöllkomm...
... auf der Homepage des Bezirks Appenzell

Appenzell im Frühling, Blick von Westen
Appenzell im Frühling
Herzlich willkommen auf der Website des Bezirks Appenzell. Sie finden hier umfangreiche Informationen über den Bezirk, zur Kultur, zum Tourismus, zu unseren Vereinen und zu allem was Mann oder Frau sonst noch so wissen sollte.

Wir freuen uns, wenn Ihnen diese Informationen nützen. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Bezirksverwaltung Appenzell Bauverwaltung Inneres Land 
Kronengarten 8 Kronengarten 8 
9050 Appenzell 9050 Appenzell 
Telefon+41 (0)71 788 50 30Telefon+41 (0)71 788 50 45
Fax+41 (0)71 788 50 40Fax+41 (0)71 788 50 46
E-Mailinfo@appenzell.ai.chE-Mailinfo@bv.ai.ch


 
Öffnungszeiten:
08.00 bis 12.00 Uhr
13.30 bis 17.00 Uhr

 
Die Politischen Strukturen von Appenzell I. Rh. 

Landsgemeinde - Die höchste Macht im Staat
Die Befreiungskriege von 1403 (Vögelinsegg oberhalb St. Gallen) und 1405 (Stoss oberhalb Altstätten) brachten den Appenzellern die politische Unabhängigkeit vom Abt von St. Gallen und den mit ihm verbündeten Habsburgern. Schon 1403 fand in Appenzell die erste Landsgemeinde statt und wählte eigene Standesbehörden. Appenzell I. Rh. gehört zu den wenigen Kantonen, wo noch heute jährlich unter freiem Himmel die wichtigsten politischen Entscheide von einer Versammlung gefällt werden: An einem einzigen Tag wählt das Stimmvolk seine 7-köpfige Regierung und 13 Kantonsrichter/innen, befindet über neue Gesetze und Ausgabenbeschlüsse. Einmal im Jahr zeigt so das Volk seine oberste Gewalt - eine Urnenabstimmung beispielsweise zu Sachgeschäften das Jahr hindurch gibt es nicht

Man mag zur Landsgemeinde stehen wie man will - ein kostengünstigeres und rascheres Abstimmungsverfahren müsste zuerst noch erfunden werden. Einzigartig ist zudem das Recht des freien Wortes: Unter Geschäft 2) Bericht und Rechnung kann jede/r Stimmberechtigte bei Bedarf öffentlich Kritik anbringen. Noch einzigartiger aber dürfte das Recht der EinzelInitiative sein: Um eine Initiative an die Landsgemeinde einzureichen, braucht es keine Unterschriftensammlung - eine fristgerechte schriftliche Eingabe an die Ratskanzlei genügt - und der Initiant hat das Recht, die Initiative auf dem "Landsgemeindestuhl" selber vorzustellen, und die Abstimmung darüber ist von der Verfassung vorgeschrieben. Die neuere Zeit hat belegt, dass diese hohen Volksrechte auch Wirkung zeigen (Finanzreferendum und Gewaltentrennung wurden auf diese Weise errungen.) Dies, nicht das festliche Gepränge, unterstreicht die Bedeutung des wichtigsten politischen Anlasses Innerrhodens, zu dem am letzten Sonntag im April alle Stimmberechtigten per "Landsgemeindemandat" (Abstimmungsbüchlein mit Stimmausweis) eingeladen sind. Männer können als Stimmausweis auch den Landsgemeindedegen tragen. Die Stimmrechtskontrolle an den Eingängen zum "Ring" auf dem Landsgemeindeplatz ist heutzutage strikter als auch schon.

Unsere Gemeinden heissen Bezirke
Innerrhoden umfasst die Bezirke Appenzell, Schwende, Rüte, Schlatt-Haslen, Gonten und Oberegg. Eine Woche nach der Landsgemeinde finden die Bezirksgemeinden statt. In Appenzell tagt sie bei normalem Wetter stets im Freien auf dem Kronengartenplatz vor dem Bezirksgebäude. Nach Bericht und Rechnungsablage stehen auch hier Wahlen und Sachabstimmungen an: Der regierende und stillstehende Hauptmann und die 5 Bezirksräte bilden die Gemeindebehörde. Ihnen obliegen die folgenden Bezirksaufgaben: Finanzen (Steuerhoheit), Ortsplanung, Bauwesen, Strassenwesen, Flurwesen, Feuerpolizei, Fuss- und Wanderwege, öffentliche Anlagen (z.B. Appenzeller Badi). Hingegen erledigt bei uns viele wichtige Gemeindeaufgaben die kantonale Verwaltung direkt: Fürsorge, Grundbuchamt, Zivilstandsamt, Erbschaftswesen, Gewässerschutz, Gesundheitswesen.

Die Volksvertretung im Kanton, der Grosse Rat, umfasst 49 Frauen und Männer. Sie werden ebenfalls von der Bezirksgemeinde gewählt. Appenzell verfügt dort entsprechend der Bevölkerungszahl über 18 Sitze.

Die Bezirksgemeinde wählt auch die Vertretung ins Bezirksgericht Appenzell, das aber von allen Bezirken beschickt wird, ausser in Oberegg, wo ein eigenes Bezirksgericht nur für Oberegg besteht.

Demokratie auch in der Kirche
Am gleichen Abend wie die Schulgemeinde tagt vorher auch die katholische Kirchgemeinde, wo Jahresbericht, Kassaführung, Wahl des Kirchenrates und Sachgeschäfte wie z.B. Bauvorhaben zur Abstimmung gelangen. Im Jahresverlauf wahrt der vierjährlich an der Urne zu wählende Pfarreirat die Mitspracherechte des Kirchenvolkes beim Kirchenrat und im Pfarrei-Team. Appenzell I. Rh. gehört nicht formell zum Bistum St. Gallen, hat sich aber freiwillig der dortigen bischöflichen Administration unterstellt.
Die evangelisch-reformierten Mitchristen unterhalten eine eigene Kirchgemeinde und Pfarrei und kommen jährlich zur Kirchgemeindeversammlung zusammen. Kirchenrat und Pfarramt arbeiten in manchen Bereichen mit der zahlenmässig weit grösseren katholischen Kirchgemeinde zusammen, z.B. mit Kursen für Erwachsene und gelegentlichen ökumenischen Gottesdiensten. Vorbei sind die Zeiten, als man Andersgläubige der Ketzerschaft bezichtigte und gesellschaftlich benachteiligte (1597 gebot appenzellische Vernunft die friedliche Trennung in Inner- und Ausserrhoden: Die Katholischen verblieben in Innerrhoden oder hatten dorthin zu zügeln, die Evangelischen bewohnten Ausserrhoden. Diese Regelung soll so lange gelten, "bis dass der Grund der Trennung entfalle").

Allmenden sind hier Korporationen
Aus der Zeit der äbtischen Herrschaft resultierten mehrere grössere Herrschaftsgebiete, die dem Abt gehört hatten. Nach den Befreiungskriegen nutzte, wer gerade wollte, diese Wiesen, Weiden und Wälder, bis die Regierung deren Nutzung durch die Allgemeinheit regelte: Wer kein eigenes Land hatte, durfte sein Kleinvieh darauf weiden lassen und das nötige Brennholz schlagen. Später liess man auch den Bau von vorerst kleineren (Bauern-)Häusern zu, bis dann im 19. Jahrhundert Lohnverdienst durch unselbständige Arbeit neue VVohnbedürfnisse schuf. Fortan wurden Einheimischen ohne eigenes Land Bauparzellen zum Bau von eigenen Wohnhäusern überlassen. In der Korporation Ried zog z.B. jeder Genosse per Los eine obere und eine untere Brache: Die obere zum Heuen, die untere wenn gewünscht zum Bebauen. Daraus ergab sich schliesslich die bundesrechtlich geschützte Form des Bauens im Baurecht: Eine Baurechtstaxe und der jährliche Baurechtszins entschädigen die Korporation für diese Art der Bodennutzung. Das Heuen auf Kleinparzellen ist seit langem überholt; grössere Wiesen-Lose werden heutzutage en bloc interessierten Bauern verpachtet. Alles eingezonte Bauland der Korporation Ried ist längst (mit über 200 Häusern) überbaut. Meist am Samstag nach Ostern treffen sich die Riedgenossen zur jährlichen Riedgemeinde beim Riedgaden (ursprünglich Heulager-Gebäude), nehmen Bericht und Rechnung entgegen, wählen die 5-köpfige Verwaltung und beschliessen über Sachgeschäfte. Bis in die Siebzigerjahre hatte die Riedverwaltung alle Strassen ihres Gebietes selber zu unterhalten, obwohl die Riedbewohner ihre Steuern gleichwohl in voller Höhe an den Bezirk entrichteten.

Eine ebenso weitblickende Nutzung des Allmend-Landes wandte die Korporation Gemeinmerk Lehn-Mettlen an, die den Gewerbe- und Industriebetrieben zwischen Sitter und Steig ebenfalls Bauland im Baurecht günstig abgab und so viel zur Arbeitsplatz-Beschaffung beitrug. Gewerbe- wie auch Wohnbauten im Baurecht sind frei handelbar; zur Wahrnehmung ihres Vorkaufsrechtes (zum Marktpreis) sind die Korporationen ermächtigt.

In Meistersrüte besteht die Korporation Mendle, die vorerst Sumpfland meliorierte und darauf neue Bauernhöfe errichtete, die sie pachtweise an Interessierte abgab. Später wurden günstig gelegene Landparzellen in Strassennähe ebenfalls im Baurecht für Wohnhäuser abgegeben. Die Mendle ist nach Bezirken verwaltungsmässig aufgeteilt: Jeder Bezirk hält im Anschluss an die Bezirksgemeinde jeweils gleichenorts die Mendlegemeinde ab, wo ebenfalls Bericht, Rechnung, Wahlen und Sachgeschäfte anfallen.

Am sichtbarsten ist wohl die althergebrachte Art des Bürgernutzens an den Korporationen bei jenen Liegenschaften, die in einer Holzkorporation eingeschrieben sind: Jährlich findet auch da die Korporationsgemeinde statt und wählt die Verwaltung, deren Aufgabe vornehmlich in der Waldbewirtschaftung und als deren Frucht in der Auszahlung des jährlichen Nutzen-Treffnisses an die Eingeschriebenen besteht. Als wichtigste für das Dorf Appenzell seien die Korporationen Wilder Bann und Zahmer Bann genannt, wo sich frische Hausbesitzer auch neu einkaufen können, sofern sie Bürger von Appenzell sind.