Geschichtliches über das Dorf Appenzell
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Landsgemeinde
1997
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Der Hauptort Appenzell liegt in der Talmulde der Sitter, von
sattgrünen Hügeln umrahmt. Er ist im Stiftungsbrief
der Pfarrkirche vom Jahre 1071 erstmals erwähnt und umschliesst
das Gebiet des ehemaligen "Hofes" Appenzell. Die Bewohner
des Dorfes werden aus diesem Grunde noch "Hofer" genannt.
Um das Jahr 600 kam von Irland her der heilige Gallus als Glaubensbote
in die Gegend des Bodensees, liess sich in St. Gallen nieder und
brachte mit seinen Gefährten dem ganzen Gebiet der Ostschweiz
den christlichen Glauben. Die damalige Zugehörigkeit von
Appenzell zum Kloster St. Gallen stützt sich zum grössten
Teil auf Erwerbung durch Rodung und Schenkung.
Die heutige Einwohnerzahl des Hauptortes beträgt rund 6'000
(Dorfkreis). Verschiedentlich zerstörten grössere Brände
fast das ganze Dorf Appenzell: 1291 brannte die ganze Anlage des
"Hofes", 1400 und 1560 zerstörte ein Dorfbrand
170 Firste, darunter 135 Häuser, und 1701 wurde der Dorfteil
in der Nähe des Landsgemeindeplatzes ein Raub der Flammen.
Mit der traditionellen Landsgemeinde, dem Sitz der kantonalen
Verwaltung und dem repräsentativen Rathaus, wo der Grosse
Rat jährlich fünfmal zusammenkommt, bildet Appenzell
das politische und wirtschaftliche Zentrum. Seit 1353 besitzt
der Ort das Marktrecht. Appenzell mit der Landeskirche St. Mauritius
bildet aber auch den kirchlichen Mittelpunkt des Landes.
Das Dorf ist von ländlichem Charakter geprägt, auch
wenn es vereinzelt städtische Züge aufweist. Es gibt
keine ganz geschlossene Dorfanlage. Lockere Häusergruppierungen
ordnen sich um den innersten Kern und bilden den Übergang
zur Streusiedlung. Im Südwesten des Dorfes entwickelte sich
seit dem 15. Jahrhundert eine lockere Siedlung kleiner Appenzeller
Häuschen, die auf die einstige Armenstiftung, die Stiftung
Ried von 1483, zurückgeht.
Heute wird das Dorfbild von Appenzell überragt durch die
markante Pfarrkirche (1824/25) mit dem spätgotischen Chor
und dem wuchtigen Turm (1488) sowie durch viele stattliche Häuser
wie Rathaus, Klosteranlagen und andere historische Bauten. Die
Bezirksgrenzen wurden 1872 nach den alten Rhodsgrenzen festgelegt.
Deshalb gehört heute noch ein Teil von Appenzell (Blumenrain)
zum Bezirk Rüte und ein Teil (Forren) zum Bezirk Schwende.
Darum hat auch die Feuerschaugemeinde als älteste Gemeinschaft
als Zweckverband überlebt.
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